Architektur für Menschenbegegnungen

Wie muss ein Haus innen, wie muss es außen gestaltet sein, damit sich darin eine freiheitliche soziale Gemeinschaft zwischen rüstigen und pflegebedürftigen Menschen im Alter bilden kann? Das 1992 erbaute Nikolaus-Cusanus-Haus gibt eine überzeugende Antwort: In seiner Architektur wird menschliches Maß sichtbar und erlebbar.

Wer das Nikolaus-Cusanus-Haus durch den Haupteingang betritt, gelangt in den üppig bepflanzten, lichtdurchfluteten, von Wasserläufen durchzogenen Innenhof. Sein Glasdach ruht auf acht schlanken, sieben bis neun Meter hohen Säulen, deren Stützenköpfe den Kapitellen Ionischer Säulen nachempfunden sind.

Dieses Atrium dient als zentraler Begegnungsraum des 180 Meter langen Bauwerks, an diesem Ort der Kommunikation beginnen und enden alle Wege. Von dort aus können Bewohner, Besucher und Gäste bequem und schnell alle wichtigen gemeinschaftlichen Einrichtungen erreichen:

  • den Festsaal
  • das Restaurant
  • das Café
  • die Konferenz-, Ausstellungs- und Seminarräume
  • den Malraum
  • die Bibliothek und
  • die Musikzimmer

Das Wegesystem im Nikolaus-Cusanus-Haus ist grundsätzlich so angelegt, dass es nur Abzweigungen und Rundgänge gibt. Dies ist – vor allem auch für Demenzkranke – von zentraler Bedeutung.

Besondere Raumformen, eine individuelle Farbgestaltung auf jeder Ebene des Hauses, unterschiedliche Lichtqualitäten, zum Beispiel in den breiten Fluren, gehen auf die seelischen Bedürfnisse der Bewohner ein. Die Wohnungen und sonstigen Räume sind hell, haben viele Fenster und zeichnen sich im gesamten Gebäude durch zehn Zentimeter mehr Raumhöhe als normalerweise üblich aus: nicht nur für groß gewachsene Menschen ein angenehmes Maß.