Der Namensgeber
Kardinal Nikolaus Cusanus (1401-1464)

Nikolaus Kardinal von Kues, latinisiert Nicolaus Cusanus, war schon zu seinen Lebzeiten ein berühmter, universal gebildeter deutscher Philosoph, Theologe und Mathematiker. Er gehörte zu den ersten deutschen Humanisten in der Epoche des Übergangs zwischen Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Cusanus verband als tieffrommer Mystiker die alte Strömung mit einer neuen naturwissenschaftlichen Denkart. Einem zu jener Zeit noch ungewöhnlichen Impuls folgend, gründete er in seiner Geburtsstadt Kues an der Mosel ein Altenheim, das heute noch besteht.

Der Inspirator
Rudolf Steiner (1861-1925)

Der Philosoph, Naturwissenschaftler und Goethe-Forscher Rudolf Steiner entwickelte die Anthroposophie als Geisteswissenschaft: einen individuellen, christlich-spirituellen Entwicklungsweg, sichtbar in der Kunst, in der sozialen Gestaltung und in praktischen Initiativen. Sein Menschenbild, seine Entwürfe einer anderen Wissenschaft, einer neuen Pädagogik, Medizin, Landwirtschaft und Architektur sind heute Bestandteil des europäischen Geistes- und Kulturlebens.
Die Anthroposophie Rudolf Steiners ist auch Grundlage für die Gestaltung einer Lebensgemeinschaft im Alter, wie sie im Nikolaus-Cusanus-Haus verwirklicht wird. Besonders seine Erkenntnis, dass jede Stufe der menschlichen Biographie – zwischen vorgeburtlichem Sein und nachtodlicher Existenz – ihre eigene, wesentliche Bedeutung hat. Für das Leben im Nikolaus-Cusanus-Haus bedeutet das konkret: Jeder Bewohner soll dort seine individuellen Fähigkeiten, seine im Laufe des Lebens gesammelten Erfahrungen einbringen können. So entsteht ein vielfältiges geistiges, kulturelles und soziales Leben – zum Wohle aller.